FAQ – Häufige Fragen zur Implantation

01. Was kosten Implantate?

Eine pauschale Antwort ist hier kaum möglich. Die Kosten einer Implantation hängen zum einen stark von der Anzahl und der Qualität der Implantate und zum anderen von den begleitenden Maßnahmen am Kieferknochen ab. Auch die Form und Qualität des Zahnersatzes auf den Implantaten hat einen erheblichen Einfluss. Als unverbindliche grobe Orientierung kann man von einem Mittelwert von ca. 1200,- bis 1400,- Euro an Kosten für ein Implantat ausgehen. Die Krone darauf ist mit etwa 1200,- Euro anzusetzen. Umfangreiche Maßnahmen zum Knochenaufbau sind dabei nicht berücksichtigt. Werden mehrere Implantate gleichzeitig gesetzt, reduzieren sich die Kosten für das einzelne Implantat häufig.

02. Aus welchem Material bestehen Implantate?

Die überwiegende Anzahl von Implantaten besteht aus Titan bzw. einer Titanlegierung. Titan ist ein biokompatibler Werkstoff, der u. a. auch für künstliche Hüftgelenke verwendet wird. Titan besitzt außerdem die Eigenschaft, sich mit den Knochenzellen eng zu verbinden. So wird das Implantat extrem stabil. Seit einiger Zeit sind auch Implantate aus Zirkonoxidkeramik im Angebot. Allerdings scheinen die Komplikationsraten bei diesen Implantaten höher zu sein. Bis aussagefähige Studienergebnisse und verlässliche Langzeitergebnisse vorliegen, sehen wir den Einsatz von Keramikimplantaten kritisch und dem Einzelfall vorbehalten.

03. Kann mein Körper das Implantat abstoßen?

Grundsätzlich ja, jedoch ist ein solches Ereignis sehr selten. Eine ausgeprägte Unverträglichkeit von Implantaten im Sinne einer Allergie ist die Ausnahme. In den meisten Fällen ist eine Entzündung durch Bakterien die Ursache eines möglichen Implantatverlustes. Auch eine schwere Störung des Knochenstoffwechsels kann das Einwachsen eines Implantates verhindern.

04. Gibt es Alternativen bei Materialunverträglichkeiten?

Aufgrund der zunehmenden Anzahl von Patienten mit Allergien kann es in seltenen Fällen zu Unverträglichkeiten des Werkstoffes Titan kommen. Die meisten Implantate werden traditionell aus Titan gefertigt, da sich dieses Material über Jahrzehnte bewährt hat. Sollte bei Ihnen der Verdacht einer Unverträglichkeit gegenüber Titan bestehen, müssen Sie auf eine Implantation noch lange nicht verzichten.

In den vergangenen Jahren wurde intensiv im Bereich der Keramik geforscht, weil Allergien gegen Keramik äußerst selten sind. Bewährt hat sich für die Herstellung von Zahnimplantaten das Zirkondioxid. Dieses Material ist biologisch besonders gut verträglich und nahezu ohne Fremdkörperreaktion. Selbst wenn keine Unverträglichkeit bei Ihnen vorliegen sollte – Keramikimplantate eignen sich aus ästhetischen Gründen besonders gut für den Frontzahnbereich. Die weiße Farbe des Implantates lässt selbst das Zahnfleisch wunderbar natürlich aussehen. Weitere Informationen zu Keramikimplantaten finden Sie auch unter: www.zeramex.com

05. Wie lange hält ein Implantat?

Kann ein Implantat „ein Leben lang halten“? Ein Implantat hält, so lange der Knochen um das Implantat herum stabil bleibt. Es ist nicht unsere Absicht, unsere Patienten mit falschen Versprechungen zu einer implantologischen Behandlung zu bewegen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Implantat an sich, also der Implantatkörper, nahezu unvergänglich ist. Kommt es doch einmal zu einem Implantatverlust, ist in der Regel der Kieferknochen um das Implantat geschwunden. Das kann vielfältige Ursachen haben: Nikotingenuss, Hormonumstellungen, vor allem aber bakterielle Entzündungen können den Knochenstoffwechsel um das Implantat negativ beeinflussen und zu einem fortschreitenden Knochenabbau führen.

06. Kann man bei einer Parodontitis implantieren?

Ja, aber erst nach Behandlung der Parodontitis. Mit einer Zahnbettentzündung ist immer auch eine erhöhte bakterielle Belastung im Mund verbunden. Aufgrund dieser erhöhten Keimzahl kann es unter Umständen auch zu einer Infektion des Gewebes um das Implantat kommen. Deshalb ist es wichtig, im Bedarfsfall vor einer Implantation eine Parodontalbehandlung durchzuführen. Genauso bedeutsam ist es, nach der Implantation regelmäßig am Prophylaxeprogramm für Implantatpatienten teilzunehmen.

07. Ist mein Kieferknochen für eine Implantation ausreichend?

Diese Frage lässt sich immer nur individuell und nach einer gründlichen Untersuchung beantworten. Oft ist der Kieferknochen aufgrund einer jahrelangen Zahnlosigkeit stark geschwunden. Auch Entzündungen (Parodontitis) zerstören den Kieferknochen. Je nach Ausmaß des Knochenschwundes muss dann entschieden werden, ob ein Knochenaufbau erforderlich ist oder ob spezielle Implantate zum Einsatz kommen, die besonders für geringen Kieferknochen geeignet sind (siehe auch BOI-Implantate).

08. Bin ich nicht zu alt für Implantate?

Grundsätzlich gilt: Man ist nie zu alt für eine Implantation. Die Erfahrung zeigt, dass der Kieferknochen auch im hohen Alter noch in der Lage ist, Implantate fest zu integrieren. Lediglich die Einheilphase dauert manchmal einige Wochen länger. Die Schwierigkeit bei älteren Patienten besteht in der Regel also nicht aufgrund des Alters an sich, sondern ist vielmehr auf den manchmal stark geschwundenen Kieferknochen zurückzuführen. Diesem Umstand wird durch altersgerechte Implantationskonzepte und durch die Wahl des Implantattyps Rechnung getragen.

09. Gibt es bei den Implantaten Qualitätsunterschiede?

Ja, erhebliche. Sowohl in der Beschaffenheit des Materials, bei der Materialoberfläche und bei der Gewährleistung. Es gibt inzwischen eine nahezu unüberschaubare Menge an Implantatsystemen. Einige Hersteller versuchen mit besonders günstigen Preisen auf sich aufmerksam zu machen. Dabei fehlen diesen Implantattypen häufig aussagefähige Langzeitstudien, die ihre Haltbarkeit belegen. Außerdem besteht bei den weniger renommierten Herstellern von Implantaten die Gefahr, dass Aufbau- und Verbindungsteile in einigen Jahren nicht mehr erhältlich sind.

10. Kann ich mir Implantate einsetzen lassen, obwohl ich Osteoporose habe?

Das hängt von der Schwere der Erkrankung ab, besonders aber von der Therapie der Osteoporose. Grundsätzlich ist eine Implantation bei Osteoporose mit guter Prognose möglich. Die Erfahrung zeigt, dass die Kieferknochen weniger oder kaum von dieser Erkrankung des Knochenstoffwechsels betroffen sind. Manchmal erhalten Patienten im Rahmen der Osteoporose- oder Tumortherapie aber so genannte Bisphosphonate. Insbesondere, wenn diese als Infusion gegeben werden, ist Vorsicht geboten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie mit bisphosphonathaltigen Medikamenten therapiert wurden, weisen Sie bitte den Zahnarzt ausdrücklich darauf hin. Eine Rücksprache mit dem Hausarzt oder dem Gynäkologen wird eine Klärung der individuellen Risiken herbeiführen.

11. Ich habe einen Zahn verloren. Wie lange kann ich mit der Implantation warten?

Nach Möglichkeit gar nicht! Erfahrungsgemäß kommt es nach der Entfernung eines oder mehrerer Zähne in den folgenden Monaten zu einem unterschiedlich stark ausgeprägten Knochenschwund. Deshalb sollte nach einer ersten Verheilungsphase die Implantation erfolgen, um den fortschreitenden Knochenschwund zu stoppen. Wartet man zu lange oder entschließt sich erst nach Jahren zu einer Implantation, sind in der Regel behandlungs- und kostenintensive Maßnahmen zum Knochenaufbau zusätzlich erforderlich.

12. Tut das Implantieren weh?

Während der Implantation nicht. In der Heilungsphase sind die Schmerzen in der Regel nicht stärker als nach einer Zahnentfernung. Durch eine lokale Betäubung ist eine nahezu vollständige Schmerzausschaltung möglich. Bei umfangreichen Eingriffen ist auch eine Vollnarkose möglich. Erfahrungsgemäß sind nach einer Implantation weitaus weniger Beschwerden zu verzeichnen, als es unsere Patienten erwarten. Die intensive Betreuung in unserer Klinik soll und kann Komplikationen so weit wie möglich vermeiden.

13. Kann ich nach dem Zahnziehen sofort ein Implantat bekommen?

Manchmal ja, insbesondere dann, wenn der Kieferknochen um den zu entfernenden Zahn noch weitgehend in Ordnung ist. In diesem Fall kann es sogar günstig sein, eine Sofortimplantation vorzunehmen. Das ästhetische Ergebnis, insbesondere im Bereich des Zahnfleisches, wird dadurch oft positiv beeinflusst. Hingegen ist bei einer akuten Entzündung oder im Fall eines umfangreichen Knochenaufbaus von einer Sofortimplantation eher abzuraten.

14. Kann ich gleich festsitzende Zähne auf meinen Implantaten bekommen?

Das hängt von der Art der Implantation, der Anzahl der Implantate und von der Qualität des Kieferknochens ab. Die sogenannte Sofortbelastung ist immer dann möglich, wenn sehr stabile Kieferknochenverhältnisse vorliegen und ein Implantat mit ausreichender Dimension eingesetzt werden konnte. Auch müssen das Kauverhalten des Patienten und der Zustand der restlichen Zähne berücksichtigt werden.

15. Welches Material kann für einen Knochenaufbau verwendet werden?

Grundsätzlich kommen beim Knochenaufbau (Augmentation) Materialien auf künstlicher, tierischer oder menschlicher Basis (Spenderknochen) zum Einsatz. Alle werden mit extremer Sorgfalt hergestellt, um jegliche Gefahr einer Infektion auszuschließen. Die Anwendung dieser Knochenaufbaumassen kann also als ausgesprochen sicher bezeichnet werden. Die biologische Wertigkeit und damit das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Knochenaufbaus sind durchaus unterschiedlich. Als bisher beste Basis für einen erfolgreichen Knochenaufbau hat sich der patienteneigene Knochen herausgestellt. Dieser wird an diversen Stellen schonend am Kiefer entnommen und in den Bereich der späteren Implantationsstelle transplantiert.

16. Wie lange bin ich nach einer Implantation beruflich eingeschränkt?

Das hängt vom Ausmaß der implantologischen Behandlung ab. Nach dem Setzen eines einzelnen Implantates ist man häufig am nächsten oder übernächsten Tag wieder arbeitsfähig. Nach umfangreichen Eingriffen und Maßnahmen zum Knochenaufbau kann die Regeneration auch einige Tage in Anspruch nehmen. Allerdings reagieren die Patienten individuell sehr unterschiedlich. Dafür gibt es mehrere Ursachen, u. a. die Konstitution des Bindegewebes. In den seltensten Fällen ist für den optimalen Heilungsverlauf ein stationärer Aufenthalt anzuraten.

17. Was passiert wenn sich ein Implantat löst?

Auch wenn Sie einmal Probleme mit Ihren Implantaten haben, muss noch nicht alles verloren sein. Die häufigsten Ursachen eines Implantatverlustes sind Knochenschwund bei Stoffwechselproblemen, Entzündungen durch Bakterien (Periimplantitis) oder das unsachgemäße Einsetzen eines Implantates. Solange das Implantat im Kiefer noch fest verankert ist, gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, die einen Verlust verhindern oder zumindest hinauszögern können. Im Wesentlichen verfolgen wir dabei das Ziel, durch deutlich verbesserte hygienische Bedingungen einen entzündungsfreien Zustand herbeizuführen. Zum Einsatz kommen spezielle Pulverstrahlgeräte und Laser sowie Knochen aufbauende Präparate. Sofern diese Maßnahmen nicht innerhalb kurzer Zeit ein positives Ergebnis zeigen, ist die Entfernung des infizierten oder gelockerten Implantates unvermeidlich. Durch die Möglichkeit einer Reimplantation ist dies jedoch nicht der endgültige Zustand. Nach einer kurzen Verheilungsphase wird der verloren gegangene Kieferknochen im Rahmen des Knochenaufbaus wieder ergänzt und anschließend kann ein neues Implantat eingesetzt werden. Damit bietet die Reimplantation auch nach einem Implantatverlust die Chance auf lebenslang fest verankerte Zähne.

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